Dipl. Arch. ETH  Hitsch (Christian) Benjamin Largiadèr-Eugster Markus Felix Largiadèr Helene Eva Largiadèr-Sigg Prof. Dr. med. Felix Anton Largiadèr-Sigg Dr. med. Ursina Helene Largiadèr Nufer Dr.med. Philipp Ernst Largiadèr-Nouk Dr. med. Thomas Martin Largiadèr

Hans Philipp Largiadèr

Felix und Helene Hans Philipp Fritz Anton Philipp Philipp Herkunft Stammbaum
Philipp
   

Dr. med. Hans Philipp Largiadèr

18. 1. 1895 - 22. 2. 1984

verheiratet mit Gertrud Stüdli, 14. 10. 1903 - 6. 9. 2001

Kinder: Felix Anton, Hans Georg, Christoph Ulrich, Barbara Maria Berta, Mengia Gertrud

 

    18. Januar 1895 geboren in Winterthur, als drittes Kind von Fritz (Friedrich Philipp) Largiadèr und seiner Ehefrau Maria, geb. Bodmer. Geschwister: Maria, Anton und (später) Fritz
    1895 – 1907 mit der Familie in Winterthur, Basel und Zürich  
    Sommer 1905 im Val Müstair mit Vater, Bruder Anton und Schwester Maria  
    1907 – 1911 wohnhaft in St. Gallen, dort im Gymnasium der Kantonsschule  
    1911 Uebersiedelung nach Zürich  
    Herbst 1913 Matura (Typ A) und Beginn des Medizinstudiums in Zürich  
    Frühjahr 1914 Rekrutenschule (Sanität) in Basel  

Hans Philipp Largiadèr als Medizinstudent 1916

 

Hans Philipp Largiadèr

als Medizinstudent 1916

  1914 – 1919 Studium (u.a. bei Prof. Ferdinand Sauerbruch) und Aktivdienst als San Wm in der Feld Art Abt 19  
1918 (7 Monate) Auslandurlaub bewilligt vom Kdo 5. Div. Hilfsassistent im Krankenhaus Offenbach am Main (Oberarzt: Dionys Eberle)  
Dezember 1919 Eidg. medizinisches Staatsexamen in Zürich  
1920 (6 Monate) Privatklinik Dr. M. Hausmann, St. Gallen  
Herbst 1920 – 1922 Pathologisches Institut der Universität Zürich (Prof. O. Busse)  
April 1923 Promotion zum Dr. med. (Universität Zürich)  
  1922 – 1924 Chirurgische Universitätsklinik Zürich (Prof. P. Clairmont)  
  1924 (6 Wochen) Chefarzt-Stellvertreter in Wattwil  
  1924 – 1927 Sekundärarzt (Oberarzt), Kantonsspital Münsterlingen (Dr. Eberle)  
  Aug. bis Nov. 1926 Universitäts-Frauenklinik Wien (Prof. Peham)  
    19. März 1927 Wahl zum Chefarzt des Gemeindekrankenhauses Flawil, zuständig für Chirurgie, Innere Medizin, Röntgen und Geburtshilfe, mit einem einzigen, noch jungen Assistenten  
    bis Dezember 1927 Ausbau der bis anhin rudimentären Röntgeneinrichtung, Einführung einer physikalischen Therapie  
    28. September 1929 Heirat mit Gertrud Stüdli  
    18. Dezember 1930 Geburt des Sohnes Felix Anton  
    Oktober 1931 Fortbildungskurs Röntgenologie in Berlin  
    24. Dezember 1931 Geburt von Hans Georg  
    16. März 1933 Geburt von Christoph Ulrich  
    Herbst 1933 Fortbildungskurs HNO-Heilkunde in Berlin  
    Frühjahr 1934 Florenz – Neapel – Sizilien, mit Vater Stüdli  

Hans Philipp Largiadèr um 1935

 

Hans Philipp Largiadèr um 1935

  Frühjahr 1935 Turin – Nizza – Cannes, mit den Eltern Stüdli  
  Herbst 1935 Reise über die Romantische Strasse  
  1936 – 1966 Bezirksarzt-Adjunkt Untertoggenburg und Gossau  
  1937 Hausbau auf der Meiersegg in Flawil  
  Juni 1938 Reise nach Dalmatien und Montenegro  
  1. September 1939 Geburt von Barbara Maria Berta  
  1939 -1945 als Oberleutnant Kdt Grenzspital Flawil  
  Juli 1940 erstmals mit der Familie im Val Müstair  
  Sommer 1942 Val Müstair mit Piz Umbrail und Piz Chavalatsch  
  9. Oktober 1943 Geburt von Gertrud Mengia  
  ab 1945 mehrmals zur Kur in Baden  
  1. Oktober 1952 Rücktritt als Chefarzt; Privatpraxis auf der Meiersegg  
  20. Juni 1959 Heirat des ältesten Sohnes (Felix)  
  18. September 1960 Geburt des ersten Enkels (Philipp)  
  Dezember 1962 Tod der Schwester Maria  
  Herbst 1967 Besuch beim Sohn Christoph in den USA  
  Januar 1974 Tod des Bruders Anton  
    Mai/Juni 1975 Rheinfahrt als letzte Auslandreise  
    Juni 1978 letztmals im Val Müstair und auf Prà da vaschins  
    April 1980 letzte Ferien: Lavey-les-Bains  
    Oktober 1980 Tod des Bruders Fritz  
    22. Februar 1984 gestorben im eigenen Haus in Flawil  


   
 

Gertrud Largiadèr- Stüdli

Gertrud Stüdli wurde am 14. Oktober 1903 als achtes und letztes Kind von Bertha Stüdli-
Meier und Johann Ulrich Stüdli auf der Flawiler Egg geboren.

 

Ihr Vater, Johann Ulrich Stüdli von Flawil, geboren am 20. Februar 1863 auf der Egg, war ein unternehmenslustiger und weitblickender Geschäftsmann. Er war früh Vollwaise geworden. In jungen Jahren betrieb er eine Stickerei, und als dieses Geschäft zu wenig abwarf, gründete er auf der Flawiler Egg eine eigene Sägerei mit Holzhandlung. Als später die Bodensee-Toggenburg-Bahn gebaut wurde, war das für ihn die willkommene Gelegenheit, im Weiler Schachen bei Herisau eine zweite Sägerei mit Geleiseanschluss zu eröffnen. Er starb im hohen Alter von über 93 Jahren am 20. August 1956 auf der Egg. Gertruds Mutter war als Bertha Meier am 7. November 1866 in Münchwilen geboren worden. Sie starb am 19. Oktober 1957 auf der Egg.

 

Das Paar Stüdli-Meier war am 13. Mai 1890 in der Kirche von Oberglatt bei Flawil getraut worden, in derselben Kirche, wo beide 50 Jahre später die goldene Hochzeit feiern konnten und wo auf dem Friedhof beide und später Gertruds Gatte und schliesslich auch Gertrud begraben wurden.

 

Gertrud Stüdli (unten links) mit Eltern und Geschwistern, ca. 1905

 

Gertrud Stüdli (unten links) mit Eltern und Geschwistern, ca. 1905

Im elterlichen Haus verlebte Gertrud im Kreise ihrer Eltern und ihrer sechs Geschwister (das siebte, der kleine Mäxli, lebte 1894 nur sechs Monate lang) eine überaus glückliche Jugend. Ihre Geschwister waren Werner (1891 – 1919), Klara (1893 – 1973), Max (1895 – 1980), Walter (1896 – 1971), Hans (1897 – 1992) und Willi (1901 – 1989).

 

Die Primarschule besuchte Gertrud von 1910 bis 1916 im nahe gelegenen Schulhaus. Für alle sechs Klassen gab es nur einen einzigen Lehrer, so dass die älteren Schüler die jüngeren unterrichten mussten. Für die Sekundarschule von 1916 bis 1918 hatte Gertrud – wie die anderen Eggauer Sekundarschüler - den stündigen Weg nach Flawil zweimal täglich zu Fuss zu bewältigen. Einer ihrer Lehrer, Emil Schläpfer, wurde später als Gatte von Schwester Klara ihr Schwager; bei ihm lernte sie vortrefflich Französisch und Italienisch.

 

1919/1920 verbrachte Gertrud ein Welschlandjahr an der Ecole supérieure de Commerce in Neuchâtel, und nach Abschluss dieser Ausbildung trat sie in das väterliche Geschäft ein. Am 18. Geburtstag legte sie die Autofahrprüfung ab, als eine der ersten Frauen im Kt. St. Gallen. Sie arbeitete im Geschäft bis zur Heirat im Jahr 1929, unterbrochen von einem Stagiaire-Aufenthalt in England 1925/26 zur Vervollständigung der englischen Sprachkenntnisse.

 

Im Jahr 1928 sucht Gertrud Stüdli zu einer Untersuchung das Spital Flawil auf, wo seit kurzem Dr. Hans Largiadèr als Chefarzt wirkte. Aus dem medizinischen Fall einer Mandelbehandlung wurde ein Fall für das ganze Leben. Das Paar verlobte sich im Februar 1929. Am 27. September des gleichen Jahres fand die Ziviltrauung statt mit den Trauzeugen Margrit Durrer (eine Freundin seit Neuchâtel) und Bruder Fritz Largiadèr. Tags darauf war kirchliche Trauung in Flawil durch Pfarrer Paul Trüb und anschliessend Hochzeitsfeier in St. Gallen. Die Hochzeitsreise führte nach Venedig.

 

Gertrud Stüdli um 1935

 

Gertrud Largiadèr- Stüdli um 1935

Von nunan deckte sich Gertruds Lebenslauf völlig mit demjenigen ihres Gatten. Als Gattin und Mutter sorgte sie für Haus und Hof und trug so dazu bei, dass der im Spital alleinverantwortliche Chefarzt, der nur von einem einzigen jungen Assistenten unterstützt wurde, seine beanspruchende Aufgabe ohne Sorgen wahrnehmen konnte. Mit ihm nahm sie auch regen Anteil am Dorfleben und in Dorfvereinen, und sie begleitete ihn an die chirurgischen Kongresse, wenn nicht gerade ein Kleinkind ihre Gegenwart nötig hatte. Der Bau eines eigenen Hauses im Jahr 1937 auf der Meiersegg brachte ihr noch vermehrte, aber sehr geliebte Arbeit. Mit besonderer Hingabe pflegte sie den Garten und die Blumen.

 

Wie damals üblich, wurde nach den ersten Geburten zur Entlastung der Mutter eine Kinderfrau angestellt, und bis nach dem Ende des 2. Weltkrieges wohnte ein Dienstmädchen im Haus, da damals alle Hausarbeit noch strenge und zeitraubende Handarbeit war. Mit einigen dieser Gehilfinnen hielt Gertrud ein Leben lang Kontakt, und auch die Söhne erinnern sich gerne insbesondere an Lina Eberle, Anna Bleiker und Frieda Bless. Nach dem Weltkrieg hielt dann die Technik auch in schweizerischen Haushalten Einzug und machte die Dienstmädchen überflüssig.

 

Ihren Kindern war Gertrud Largiadèr liebe, geliebte und sorgende Mutter; die Kinder können sich nicht erinnern, von ihr je ein lautes oder unbeherrschtes Wort gehört zu haben, und kaum erinnern, dass sie jemals einen vernünftigen Wunsch abgeschlagen hat. Die Familie und auch die Verwandtschaft bedeuteten ihr alles, und man konnte ihr keine grössere Freude machen als mit einem Besuch im gastfreundlichen Haus, wo sie die Gäste mit ihrer vorzüglichen Küche verwöhnte.

 

die ganze Familie im Dezember 1956

 

die ganze Familie im

Dezember 1956

Die Söhne waren bereits ausgeflogen für Studium und Beruf, als Hans Largiadèr aus gesundheitlichen Gründen vom Chefarztposten zurücktrat und eine Praxis im eigenen Haus eröffnete. Seine Frau Gertrud war ihm dabei eine tüchtige und unentbehrliche Hilfe. Sie lernte Röntgenbilder anzufertigen, spielte die Praxisgehilfin und chauffierte ihren Mann zu Patienten in der näheren und weiteren Umgebung von Flawil. So trug sie entscheidend dazu bei, dass das berufliche Leben ihres Mannes harmonisch ausklingen konnte.

 

Eine neue Bereicherung des Lebens brachten ab 1960 die Grosskinder. Mit der Zeit wuchs ihre Zahl auf zwölf (Adrian, Annina, Anton, Catrina, Hitsch, Lina, Louise, Markus, Philipp, Thomas, Ursina, Yves). Der überaus geliebten und verehrten Oma war kein Aufwand zu gross, um ihre Enkelkinder zu beherbergen und mit ihnen Ausflüge zu unternehmen – sie blieb vital und unternehmenslustig.

 

In den letzten Jahren seines Lebens, jenseits des 80. Altersjahrs, machten sich bei Hans Largiadèr zunehmend Altersbeschwerden bemerkbar, so dass er schliesslich das Haus kaum mehr verlassen konnte. Für Gertrud war es eine Selbstverständlichkeit, ihn fast allein - mit wenigen Hilfen –zu pflegen. Er starb denn auch daheim plötzlich am 22. Februar 1984. Nun war Gertrud auf sich allein gestellt, aber nicht allein. Die Freude an Kindern und Kindeskindern wog nun doppelt, und regelmässig traf sie noch Freundinnen im Dorf. Und immer noch konnte sie auch die Bequemlichkeit und Freiheit eines eigenen Autos geniessen: erst am 90. Geburtstag verzichtete sie freiwillig auf den Führerausweis.

 

Erst nach dem 90. Altersjahr machten sich auch bei ihr die Jahre stärker bemerkbar. Die letzte grössere Ausfahrt führte sie, von Sohn Hans chauffiert, im März 1997 an einem strahlend sonnigen Spätwintertag in die Surselva zur Hochzeit ihres Enkels Thomas. Es war wie früher – sie harrte aus bis Mitternacht. Später im gleichen Jahr wurde zu ihrer grossen Freude Norina als erste Urenkelin geboren; Selina als zweite folgte im nächsten Jahr. Schliesslich neigte sich auch Getruds Leben seinem Ende zu. Bis zuletzt konnte sie im eigenen Haus wohnen, vor allem dank der Fürsorge ihres Sohnes Hans und ihrer Tochter Mengia.


Getrud Largiadèr verstarb daheim friedlich am 6. September 2001. Die Grossmünster-Pfarrerin Käthi La Roche hielt am weltweit denkwürdigen 11. September 2001 in Oberglatt den Abdankungsgottesdienst, in der gleichen Kirche, in der das Kind Gertrud 98 Jahre zuvor getauft worden war.

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