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Anton Philipp Largiadèr
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| 25. 11. 1831 – 31. 12. 1903
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| Sohn des Philipp Largiadèr
und seiner Frau Anna, geb. Caratsch. |
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Verheiratet in erster Ehe mit
Julia Waser von Hünikon-Neftenbach (4. 5. 1839 –
24. 1. 1870; gestorben im Kindbett),
in zweiter Ehe im Frühjahr 1871 mit Barbara Wilhelmina
(Mina) Weber von Egg ZH (19. 12. 1843 – 11. 8. 1906).
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Kinder aus erster Ehe:
Julia Anna (1860-1944), verh. mit Pfarrer Diethelm Meyer,
Weinfelden, Philipp Anton (1861), lebte nur 15 Tage, Friedrich
Philipp (Fritz) (1863-1939), Maria Theresia (1864-1879)
Anton Bartholomäus (1866-1942), SBB-Beamter, verh.
mit Elisa Uehlinger, Julius Philipp (1870-1913), mit 17
Jahren ausgewandert und verschollen und
aus zweiter Ehe: Fanny Lina (1872-1942),
Gattin des Solothurner Augenarztes Arthur Gloor.
Am 25. November 1831 in Sta. Maria Val Müstair geboren
als Sohn des Landwirts, Müllers, Dorfschmieds und Tierarztes
Philipp und seiner Frau Anna. 11 Geschwister. |
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Primarschule
(nur im Winter!) in Sta. Maria.
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Mit knapp 14 Jahren Wanderung
nach Köln, um dort bei einem Landsmann eine Lehre als
Zuckerbäcker anzutreten.
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Im Frühjahr
1848 wegen Heimweh und fehlender Neigung zur Konditorei
vorzeitige Heimkehr. Bei der Überquerung des Julierpasses
im Schneesturm fast erfroren.
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Im Herbst 1848 ohne weitere
Vorbildung, als Autodidakt Primarlehrer in Lü. Diese
Tätigkeit gefiel ihm so gut, dass sie seinen weiteren
Lebensweg bestimmte.
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Im folgenden
Sommer auf Drängen der Eltern Vollendung der Lehre
in Besançon. Er brachte aber vor allem Französischkenntnisse
und den Drang zur Schule heim.
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Anschliessend während zwei
Wintern Lehrer der Dorfschule von Tschierv. Im Sommer Mithilfe
bei der Vermessung des Tals für die Dufour-Karte.
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1852 Eintritt
in die Lehrerbildungsanstalt der Kantonsschule Chur. Dank
seiner grösseren Lebens- und Berufserfahrung schon
nach 2 Jahren (anstatt nach 3) Lehrerpatent I. Klasse. Anschliessend
noch ein Jahr im Gymnasium Chur.
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Im Frühling 1855 Eintritt
in den Vorkurs des im Herbst zu eröffnenden Eidg. Polytechnikums
Zürich, finanziert durch Privatstunden, Beiträge
von befreundeten Familien und ein kleines Stipendium.
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Am 15. Oktober
1855 Einweihung der Eidg. Technischen Hochschule ETH (damals
Eidg. Polytechnikum Zürich). Anton Philipp liess als
Vertreter der Studentenschaft in einer kurzen Ansprache
die Initianten der Schule hochleben. An der ETH Fachlehrerausbildung
für Mathematik und Geographie.
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Nach 4 Semestern Studium Wahl
an die Kantonsschule Frauenfeld als Lehrer für Mathematik
und Geographie und als Aufseher des Konvikts.
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Religionsunterricht gehörte
(wie auch später) immer dazu. 1859 Heirat
mit Julia Waser.
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Im Herbst 1861 Berufung nach Chur als Direktor
des bündnerischen Lehrerseminars (der Kantonsschule
angeschlossen).
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Einarbeiten in Pädagogik
und Methodik; als Lehrer unterrichtert er Mathematik,
Geographie und Deutsch. Verbesserung des Handarbeitsunterrichts
für Mädchen. Sein Plan, das Lehrerseminar
von der Kantonsschule abzutrennen und zu verselbstständigen,
wurde vom Grossen Rat schliesslich verworfen.
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Im Frühjahr 1869 Berufung als Direktor
des Lehrerseminars Mariaberg in Rorschach durch
den Erziehungsrat des Kt. St. Gallen. Im folgenden
Jahr starb seine Frau Julia nach der Geburt
des sechsten Kindes.
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1872 liess er sich zwecks
Vertretung von schulischen Anliegen in den Kantonsrat
wählen, und im folgenden Jahr offerierte
er interessierten Frauen einen Einführungskurs
als Handarbeitslehrerinnen. Als Kantonsrat wurde
er aber gegen seinen Willen in den im Kanton
St. Gallen besonders hitzigen politischen und
konfessionellen Kulturkampf hineingezogen, was
ihn zur Annahme eines Rufs nach Pfalzburg bewog.
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1876 – 1879 in Pfalzburg im (seit
1871 deutschen) Elsass- |
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Anton Philipp als
Seminardirektor in Rorschach
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Lothringen zum Aufbau des neu
gegründeten Lehrerseminars. Als Schweizer gelang es
ihm leicht, den Kontakt mit den Verlierern und Gewinnern
des deutsch-französischen Krieges, den Franzosen und
den zugezogenen Deutschen herzustellen.
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1879 wurde
ihm die Errichtung und Leitung eines evangelischen Lehrerinnenseminars
in Strassburg übertragen. In dieser Zeit entstand sein
beruflich-schriftstellerisches Hauptwerk, das Handbuch der
Pädagogik. Als Schulleiter und Staatsangestellter hatte
er die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen.
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Um seine Söhne vor dem
deutschen Militärdienst zu bewahren und um seine Kenntnisse
der Heimat zur Verfügung stellen zu können, bewarb
er sich im Herbst 1885 um eine offene Stelle in Basel.
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Im Frühjahr
1886 Antritt dieser Stelle: Inspektor (Rektor) der Mädchenprimarschule
Basel.
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Am 31. Mai 1886 Verleihung der
Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h. c.) durch die Philosophische
Fakultät der Universität Basel. Die Laudatio rühmt
Largiadèrs langjährige Tätigkeit als Ausbildner
von Volksschullehrern, sein Handbuch der Pädagogik
und seine weiteren Schriften.
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Noch im gleichen
Jahr Habilitation an der Philosophischen Fakultät für
Pädagogik und ab Sommersemester 1886 als Privatdozent
zweistündige Vorlesung im pädagogischen Seminar
„Geschichte des Unterrichtwesens von der Reformation
bis zur Gegenwart“, ab 1889 „Systematische Einführung
in die Pädagogik und Schulkunde“, und ab 1892
theoretische und praktische Einführung der Kandidaten
der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung in den
Lehrerberuf.
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| Von 1890 bis 1899 vertrat er
das Spalenquartier Basel im Grossen Rat.
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Anton Philipp Largiadèr als Rektor in
Basel
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| Ab 1892 auf Aufforderung
des Regierungsrates Rektor der Töchterschule
Basel, bis anhin ein reines Lehrerinnen-Seminar.
Einführung von Simultanklassen. Verbesserung
des Unterrichts für Schwachbegabte. 1894
Eröffnung einer merkantilen Abteilung.
1896 schuf er die Ausbildungsmöglichkeit
für Kindergärtnerinnen, und für
Frühjahr 1898 plante er die Errichtung
einer Gymnasialabteilung mit Maturität,
weil die Universität neuerdings auch Frauen
zuliess.
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| Im Januar 1898 erlitt er während einer
Schulstunde einen Hirnschlag mit Lähmungen,
von dem er sich aber nicht mehr richtig erholte.
Im Herbst 1899 Rücktritt als Rektor und
Lehrer und von allen öffentlichen Ämtern.
Während der nächsten 2 Wintersemester
noch Vorlesungen über Pädagogik privatissime
im kleinen Kreis.
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| Am 31. Dezember 1903 stirbt
Anton Philipp Largiadèr.
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In der Abdankungsfeier vom 3. Januar 1904 in der
Pauluskirche Basel predigte Pfr. A. Altherr über
„Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert“
(Lukas 12, 48). |
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„Das
Verhältniss guter Eltern zu ihren Kindern bezeichnet
die Stellung des Lehrers zu seinen Schülern ganz vollständig.
Die gleiche Liebe und Nachsicht, der selbe Ernst und die
nämliche Milde, dieselbe treue Sorge und gewissenhafte
Leitung, welche gute Eltern ihren Kindern in jeder Beziehung
widmen, selbstverständlich widmen, ohne nachzudenken,
als könnte es gar nicht anders sein - das alles und
in der gleichen Weise muss es der Lehrer seinen Schülern
zu Theil werden lassen.“ (Volksschulkunde, S. 394)
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Auszug aus dem Schriftenverzeichnis von Anton Philipp Largiadèr:
Das axonometrische Zeichnen. Verlags-Comptoir, Frauenfeld
und Lehe 1858
Praktische Geometrie. Anleitung zum Feldmessen, Höhenmessen
und Nivellieren. 2. Auflage. Friedrich Schulthess, Zürich
1867
Volksschulkunde. Zweite durchgesehene und verbesserte Auflage.
430 S. Friedrich Schulthess, Zürich 1871
Erster Teil. Bedeutung und soziale Stellung der Volksschule.
Zweiter Teil. Aufgabe der Volksschule und Gliederung derselben.
Dritter Teil. Die Mittel zur Lösung der Aufgabe der
Volksschule. I Der Unterricht, II Schulordnung. Anhang.
Über den Unterricht in weiblichen Handarbeiten.
Ulrich Zwingli. Zur Feier des 400 jährigen Geburtstags
des Reformators. C. F. Schmidt’s Universitätsbuchhandlung,
Strassburg 1884
Handbuch der Pädagogik. Vier Teile, 3 Bände.
Friedrich Schulthess, Zürich 1883 - 1885
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