Dipl. Arch. ETH  Hitsch (Christian) Benjamin Largiadèr-Eugster Markus Felix Largiadèr Helene Eva Largiadèr-Sigg Prof. Dr. med. Felix Anton Largiadèr-Sigg Dr. med. Ursina Helene Largiadèr Nufer Dr.med. Philipp Ernst Largiadèr-Nouk Dr. med. Thomas Martin Largiadèr

Herkunft

Felix und Helene Hans Philipp Fritz Anton Philipp Philipp Herkunft Stammbaum
Philipp
     

Herkunft


Herkunft der Familie Largiadèr

Die Familie Largiadèr stammt aus dem bündnerischen Val Müstair (Münstertal), der äussersten südöstlichen Ecke unseres Landes, und sie ist dort seit mehr als 500 Jahren nachgewiesen.

Das Geschlecht der Largiadèr

Eine erste Erwähnung dieses Namens im Val Müstair datiert von 1432 im Klosterurbar Müstair: Simon Largader von Valchava. Ob dessen Vorfahren kurz zuvor zugewandert sind, wie der Chronist Pater Albuin Thaler vermutet, lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Die zweite Erwähnung findet sich in der Liste der Münstertaler Truppen, welche zusammen mit anderen Bündnern in der Schlacht an der Calven (Chalavaina) am Morgen des 22. Mai 1499 die österreichischen Truppen des Kaisers Maximilian besiegten. Erwähnt ist in dieser Liste ein Simon Largeder, vielleicht derselbe, der 1502 in Valchava nachgewiesen ist. Von diesem Simon führt ein lückenloser Stammbaum bis zum heutigen Tag (siehe Stammbaum).

 

Der Name hat eine eindeutige sprachliche Wurzel und bezeichnet einen Beruf: Largiadèr bedeutet Lärchenharz-Sammler. Der auf der Sonnenseite des Tals vorherrschende Nadelbaum ist die Lärche (larsch), Lärchenharz heisst largià, und der Sammler dieses Harzes (zwecks Verkauf vorwiegend im Unterland!) ist der Lärchenharzer oder largiadèr. Im Familienwappen steht deshalb eine Lärche ; Lärche und Fuss sind grün, der Hintergrund blau.

 

Die im Tal ansässigen Largiadèr waren seit jeher und sind auch jetzt noch entweder Bauern oder Handwerker, wie Müller, Eichmeister, Schreiner oder Schmied; ein öffentliches Amt wie Gemeindepräsident, Mastral oder Richter wurde immer im Nebenamt bekleidet.

Von jeher bot aber das karge Hochtal nur einer beschränkten Zahl von Einwohnern Existenzmöglichkeiten, auch bei sehr geringen Ansprüchen in den damaligen ärmlichen Verhältnissen. Seit dem 18. Jahrhundert zogen deshalb junge Leute fort, ins Engadin, ins Puschlav und nach Italien, ins Unterland, nach Danzig, Stettin oder Köln als Zuckerbäcker, und schliesslich ins gelobte Land Amerika. So gab es bald einmal mehr Largiadèr in der Fremde als im heimatlichen Tal; dort leben im Moment noch zwei Familien.

 

Früher unterschied man nicht zwischen Wohnort und Bürgerort. Bei der Einführung des eidgenössischen Zivilgesetzbuchs um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der momentane Wohnort auch zum Bürgerort. Deshalb wurde Anton Philipp Largiadèr Bürger von Santa Maria und mit ihm auch alle seine Nachkommen, also auch die Familie Felix Largiadèr. Andere Largiadèr sind Bürger von Lü, Pontresina oder Chur.

Das Val Müstair

Geographie
Das Val Müstair beginnt am Pass dal Fuorn (0fenpass) auf 2149 m. Es senkt sich über 20 Kilometer vorerst nach Südosten und dann nach Nordosten, und es endet nach dem Engnis der Chalavaina auf 971 m, wo der Vinschgau beginnt. Hoch an der oberen linken Talseite liegt Lü, im Talboden Tschierv, Fuldera, Valchava, Santa Maria und Müstair. Unmittelbar nach der Grenze zu Italien und auf gleicher Höhe wie Müstair (1247 m) folgt noch das Dorf Taufers. Das Tal wird vom Rom durchflossen und entwässerst, entspricht also dem fünften und kleinsten Stromgebiet unseres Landes: der Rom ergiesst sich wenige Kilometer ausserhalb des Tals in die Etsch, welche das Südtirol und Oberitalien durchfliesst und nördlich von Venedig in die Adria mündet. Der höchste Berg des Tals ist der 3180 m hohe Piz Murtaröl. Den vom Stilfersjoch her ziehenden Grenzkamm, welcher das Tal gegen Osten abschliesst, beendet der 2762 m hohe Piz Chavalatsch, der östlichste Punkt der Schweiz.

 

Geschichte

Das Val Müstair stand (wie auch das Unterengadin) seit dem Ende des römischen Kaiserreichs unter dem lockeren Einfluss des Bistums Chur. Der fränkische Kaiser Karl der Grosse stiftete kurz vor dem Jahr 800 ein Kloster (Monasterium), welches dem Ort und dem ganzen Tal den Namen gab und dem Bistum Chur unterstellt wurde. Die Einflussgebiete des Bischofs wurden später im Gotteshausbund zusammengefasst. Dieser verbündete sich nach 1450 mit dem Grauen Bund und dem Zehngerichtebund und 1498 (ohne den Bischof!) mit der alten Eidgenossenschaft (ohne Bern). Oesterreich hatte in der Zwischenzeit die Grafschaft Tirol behändigt. Kaiser Maximilian I war an den Alpenpässen hochgradig interessiert und sandte deshalb ein Heer gegen Rätien. Die Münstertaler erhielten aber dank ihrer Bündnisse militärische Verstärkung von den anderen Bünden und von den Eidgenossen. In der (schon erwähnten) Schlacht an der Chalavaina schlugen sie am 22. Mai 1499 das kaiserliche Heer. Dies brachte den Eidgenossen und Bündnern dank weiterer Siege im Schwabenkrieg die de facto-Unabhängigkeit vom Reich; die formelle Loslösung brachte erst der Westfälische Friede 1648 am Ende des 30-jährigen Kriegs.

 

Aber dieser Friede beendete das alte Feudalsystem noch nicht. Der Bischof von Chur hatte Hoheitsrechte im Münstertal, aber wegen andauernder Widerspenstigkeit der katholischen und der protestantischen Bevölkerung bot Bischof Ulrich VII 1728 das Tal für 10'000 Gulden dem österreichischen Kaiser Karl VI. zum Kauf an, nota bene ohne die erforderliche Zustimmung des Gotteshausbundes. Schliesslich konnten sich die Münstertaler aber freikaufen und sind seit 1763 wirklich frei. Im Jahr 1803, im Zuge der Neuordnung der Schweiz unter Napoleon, wurden die seit 1524 vereinigten drei Bünde (ohne Veltlin!) als Kanton Graubünden der Eidgenossenschaft angeschlossen.

 

Sprache und Religion
Nach dem Zerfall des römischen Kaiserreichs und während der Völkerwanderung blieb Rätien während langer Zeit eine wenig behelligte Insel, wo sich Sprache und Kultur eigenständig weiterentwickeln konnten. Im Hochmittelalter wurde auch in Teilen des Vinschgaus und im Nordtirol bis hinunter nach Landeck Ladinisch gesprochen. Dann drängte das erstarkende Habsburgerreich über Jahrhunderte das Rätoromanische zu Gunsten der deutschen Sprache zurück.

Ab 1550 akzentuierte die Reformation diese Entwicklung. Die Einwohner von Tschierv bis Santa Maria bekannten sich zur neuen Konfession, währenddem Müstair unter dem Einfluss des Klosters und der Gegenreformation zum alten Glauben zurückkehrte. Dies führte zu einer sprachlichen und konfessionellen Zweiteilung, die mit Ausnahmen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Bestand hatte: der obere Teil des Val Müstair vorwiegend rätoromanisch (Jauer, ein Dialekt des Ladinischen) und reformiert, Müstair hingegen auch deutschsprachig und katholisch. Auf den Zusammenhalt der Münstertaler hatte dies aber keinen Einfluss, und heute ist eine weitere Durchmischung zu verzeichnen.

Neue politische Organisation
Am 1. Januar 2009 haben sich die bisherigen sechs Gemeinden des Val Müstair (Tschierv, Lü, Fuldera, Valchava, Sta. Maria, Müstair) zur „Cumün da Val Müstair“ zusammengeschlossen. Das Gemeindewappen zeigt Karl den Grossen. Die bisherigen Gemeinden wurden zu Fraktionen (fractiuns). Für den neuen Gemeinderat stellt jede Fraktion ein Mitglied (für Sta. Maria Jon Largiadèr) mit Ausnahme von Müstair, welche als grösste Fractiun zwei Mitglieder abordnet. Die Fractiuns behalten ihre bisherige Postleitzahl; Hauptpost ist Scuol. Das Zivilstandswesen wurde schon vorher zusammen mit der Engiadina Bassa und dem Samnaum im Uffizi da stadi civil in Ramosch zentralisiert. Auch das Schulwesen wurde schon neu organisiert; so gehen z.B. die Kinder von Sta. Maria nach Valchava in den Kindergarten, nach Müstair in die Primarschule und bleiben am Ort für die Sekundarstufe.

 

Val Müstair als UNESCO-Biosphäre?
Das Val Müstair bemüht sich zusammen mit dem Nationalpark, von der Unesco als „Biosfera Val Müstair – Parc naziunal“ ausgezeichnet zu werden. Um den Anforderungen zu genügen, wird die Kernzone (Nationalpark) um eine Pflegezone (vor allem Val Mora), um Ruhezonen für die Wildtiere und um eine Entwicklungszone im besiedelten Teil des Tals ergänzt. Ein sechsköpfiges Gremium soll die Arbeiten überwachen und vorantreiben. Mit 19 Teilprojekten wird die Infrastruktur gestärkt, das Tal touristisch attraktiver gemacht und der Naturschutz verbessert; schon ausgeführt ist u.a. die Renaturierung des Rom.